Schlagwort-Archive: Indianergeschichte

Der Indianer und die Grille

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Der Indianer und die Grille

Ein Indianer, der in einem Reservat lebte, besuchte seinen weißen Freund in der Großstadt. Er war verwirrt vom vielen Lärm, von der Hektik und von der schlechten Luft.

Die beiden gingen die Straße entlang. Plötzlich blieb der Indianer stehen und horchte auf. „Hörst du die Grille zirpen?“, fragte er seinen Freund.

„Du musst dich täuschen, hier gibt es keine Grillen. Und selbst wenn, dann würde man sie niemals bei diesem Lärm hören.“

Der Indianer ging ein paar Schritte und blieb vor einem mit Efeu bewachsenen Haus stehen. Er schob die Blätter sanft auseinander und fand die Grille.

„Ja, gut, du hast die Grille gehört. Dein Gehör ist aber auch besser geschult als meines“, gab ihm sein Freund zu bedenken.

Der Indianer schüttelte den Kopf: „Nein, das Gehör eines Indianers ist nicht besser als das eines weißen Mannes. Ich werde es dir beweisen.“

Er griff in seine Tasche, holte eine Münze hervor und warf sie auf den Gehsteig. Sofort blieben mehrere Leute stehen und sahen sich um.

„Siehst du, mein Freund, es liegt nicht am Gehör. Es liegt am Fokus unserer Aufmerksamkeit, was wir wahrnehmen und was nicht.“

Indianische Weisheit

Die Vorhersage

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Die Vorhersage

Zwei Indianer suchten einen Schamanen auf. Sie wollten von ihm wissen, wie der kommende Winter wird. Der Schamane machte ein großes Feuer, tanzte um dieses, warf Kräuter in die Flammen und rief die Geister zu sich.

Nach Abschluss der Zeremonie teilte er den Indianern mit:

„Ich habe gesehen, dass der kommende Winter sehr streng und kalt wird. Sammelt viel Holz, ihr werdet es brauchen! Viel, viel Holz!“

In den nächsten Tagen suchten weitere Indianer von unterschiedlichen Stämmen den Schamanen auf. Auch ihnen gab er den Rat mit auf den Weg:

„Sammelt viel Holz!“

Als er wieder alleine war, kamen ihm doch einige Zweifel an seiner Vorhersage. Und so rief er beim meteorologischen Amt an:

„Könnt ihr mir sagen, wie heuer der Winter wird?“

Der Meteorologe am anderen Ende der Leitung:

„Mit Sicherheit ein sehr harter Winter, denn die Indianer sammeln Holz wie die Verrückten.“

Indianisches Gedicht (Oriah Mountain Dreamer Indian Elder)

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Indianisches Gedicht (Oriah Mountain Dreamer Indian Elder)

Es interessiert mich nicht, womit du deinen Lebensunterhalt verdienst. Ich will wissen, wonach du dich sehnst, und ob du es wagst, davon zu träumen, das Sehnen deines Herzens zu erfüllen.
Es interessiert mich nicht wie alt du bist. Ich will wissen, ob du es riskieren willst, wie ein Verrückter nach Liebe zu suchen, nach deinen Träumen, nach dem Abenteuer, lebendig zu sein.
Es interessiert mich nicht, welche Sterne deinen Mond kreuzen. Ich will wissen, ob du das Zentrum deines eigenen Kummers berührt hast, ob du geöffnet wurdest durch die Treuebrüche oder verwelkt und verschlossen aus Angst vor weiterem Schmerz. Ich will wissen, ob du in Schmerz sitzen kannst, deinem oder meinem, ohne dich zu bewegen, um ihn zu verbergen, zu schmälern oder zu fixieren.
Ich will wissen, ob du in Freude sein kannst, deiner oder meiner; ob du ausgelassen tanzen und die Ekstase dich füllen lassen kannst bis zu deinen Finger und Zehenspitzen, ohne dich in Vorsicht zurückzunehmen, realistisch zu sein oder die Schranken des Menschseins zu erinnern.
Es interessiert mich nicht, ob die Geschichte, die du erzählst, wahr ist. Ich will wissen, ob du einen anderen enttäuschen kannst, um dir selber treu zu bleiben, ob du die Anklage eines Treuebruchs aushalten kannst, ohne deine eigene Seele zu betrügen.
Ich will wissen, ob du vertrauen und deshalb auch vertrauenswürdig sein kannst.
Ich will wissen, ob du Schönheit sehen kannst, selbst wenn es nicht jeden Tag schön ist, und ob du die Quelle deines Lebens in Gottes Gegenwart finden kannst.
Ich will wissen, ob du mit Versagen leben kannst, deinem oder meinem, und immer noch am Ufer des Sees stehen und dem silbernen Vollmond zurufen kannst: Ja!“
Es interessiert mich nicht zu wissen, wo du lebst oder wie viel Geld du hast. Ich will wissen, ob du, matt und zerschlagen nach einer Nacht in Kummer und Verzweiflung, aufstehen kannst und tun, was für die Kinder nötig ist.
Es interessiert mich nicht, wer du bist, wie du herkamst. Ich will wissen, ob du mit mir im Zentrum des Feuers stehen kannst ohne zurückzuschrecken.
Es interessiert mich nicht, wo und was und mit wem du studiert hast. Ich will wissen, was dich von innen stützt, wenn alles andere wegfällt. Ich will wissen, ob du mit dir selber allein sein kannst, und ob du wahrhaftig die Gesellschaft deiner leeren Augenblicke liebst.

Leben und Leben lassen

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Leben und Leben lassen

Es war einmal an einen wunderschönen Tag im Wald. Die Vögel sangen in den Zweigen, die Frösche quakten am Teich, die Grillen zirpten im Gras, und eine Klapperschlange glitt einen kleinen Weg entlang, der mitten durch den Wald führte, um sich in der Sonne zu wärmen.
Sie rollte sich ein und schlief ein wenig. Es war friedlich und schön. Da kam ein Mann des Weges, der sah die schlafende Schlange und wollte sie töten. Er griff nach einen großen Stein und gerade als er ihn auf die schlafende Schlange niedersausen lassen wollte, erwachte sie. “ Bruder, warum willst du mich töten, ich habe dir doch nichts getan!“ .“Du bist giftig und musst sterben!“ rief der Mann. “ Aber Bruder, ich bin zwar giftig, aber ich tue dir doch nichts, ich werde dich nicht töten!“ “ Du mich töten?“ lachte der Mann.
“ Ich bin der Mensch und viel größer und stärker als du und ich habe diesen Stein, damit werde ich dich töten!“ “ Ich bin auch nicht der Bruder einer Schlange!“ schrie der Mensch.
Und du wirst Sterben und zwar auf der Stelle!“ Und gleich holte er aus mit seinem Stein. In diesem Moment schnellte die Schlange empor und biß den Mann blitzschnell in den Hals. Er fiel sofort zu Boden, und im Sterben hörte er die Schlange sagen: „Wenn du auf mich gehört hättest, Bruder, und mich nicht hättest töten wollen, so wäre dies nicht geschehen und du könntest noch lange Leben“ Dann rollte sich die Schlange in der warmen Sonne wieder zusammen und schlief ein an diesem wunderschönen, friedlichen Tag im Wald

„Erst wenn der letzte Wald gerodet, erst wenn der letzte See verschwunden, erst wenn der letzte Fisch gefangen, dann erst wird euch klar, dass man Geld nicht essen kann“

Sie behaupten, unsere Erde gehört ihnen.
Seht Brüder, der Frühling ist da. Die Sonne hat die Erde umarmt. Bald werden wir die Kinder dieser Liebe sehen..
Jeder Same, jedes Tier ist erwacht. Die selbe Kraft hat auch uns geboren. Darum gewähren wir auch unseren Mitmenschen und unseren Freunden, den Tieren, die gleichen Rechte wie uns, auf dieser Erde zu leben..
Aber hört Brüder..
Jetzt haben wir es mit einer anderen Art zu tun. Sie waren wenige und schwach; jetzt aber sind es viele und sie sind stark und überheblich..
Es ist kaum zu glauben, sie wollen die Erde umpflügen. Habgier ist ihre Krankheit. Sie haben viele Gesetze gemacht und die Reichen dürfen sie brechen, die Armen aber nicht. Sie nehmen das Geld der Armen und Schwachen, um die Reichen und Starken damit zu stützen..
Sie sagen, unsere Mutter die Erde gehöre ihnen; sie zäunen uns, ihre Nachbarn, von unserer Mutter ab. Sie beschmutzen unsere Mutter mit ihren Gebäuden und ihrem Abfall. Sie zwingen unsere Mutter, zur Unzeit zu gebären. Und wenn sie keine Frucht mehr trägt, geben sie ihr Medizin, auf das sie auf’s neue gebären soll. Was sie tun ist nicht heilig..
Sie sind wie ein Fluss zur Zeit des Hochwassers. Im Frühling tritt er über die Ufer und zerstört alles auf seinem Wege..

Sitting Bull (Tatanka Yotanka)Lakota Sioux

Indianische Weisheit

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Indianische Weisheit
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Gib acht auf deine Träume,
indem du an sie denkst wie an Freunde.
Genieße die Schönheit des Augenblicks,
das Flüstern des Windes, das Plätschern
einer Quelle, den geheimnisvollen
Halbschatten des Unterholzes.
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Lauf durch das hohe Gras, höre die Ameisen
reden, die nie den alten Weg vergaßen.
Suche einen Baum, berühre die Blätter.
Das ist ein Blatt sieh her, es ist grün,
es hat Adern, so ist es geformt,
greif’s an!
ª“˜¨¨¯.¯¯¨¨˜“ª¤.¤ª“˜¨¨¯ ¯¯¨¨˜“

Berühre das Blatt, der Zweig zittert mit.
Deine Hand greift ungestüm, zärtlich
nach dem, was ich ihr zeige.
Sei wie ein Kind mit seinem Staunen über
alle Dinge und die Zeit wird still stehen.
Erwarte nichts von den anderen,
wenn du selbst noch nichts gegeben hast.
Betrachte die Welt nicht mehr voller Unruhe,
dann strahlt das Licht des Tages aus deinen
Augen, sie sind der Spiegel deiner Seele.

nur auf dem Pfad der Nacht erreichst du die
Morgenröte.

Quelle: unbekannt