" Gut oder schlecht?" - "Richtig oder falsch?" Über das Schicksal klagen?

Die folgende Geschichte erzählt N. Peseschkian. Sie warnt uns vor vorschnellen Urteilen und verdeutlicht, wie unsere Bewertungen von den Lebensumständen abhängen. Da sich diese oft ändern, sind endgültige Urteile kaum möglich.


Ein alter Mann lebt zusammen mit seinem Sohn in einem Bergdorf. Weil er das einzige Pferd des Dorfes besitzt, gilt er als sehr reich. Entsprechend bewundern und beneiden ihn die anderen Dorfbewohnern. Aufgrund seiner Lebensweisheit hält sich der alte Mann mit voreiligen Bewertungen zurück und kommentiert Ereignisse am liebsten mit der Bemerkung: „Warten wir es ab!“ Eines Tages läuft das Pferd weg. Das Dorf eilt zusammen und bedauert und tröstet den Mann. Dieser erwidert nur: „Warten wir es ab!“ Nach kurzer Zeit kommt tatsächlich sein entlaufenes Pferd zurück. Aber nicht genug damit: Mit ihm erscheint gleich eine ganze Herde von Wildpferden. Mit einem Schlag wird der alte Mann zur reichsten Person weit und breit. Das Dorf möchte dieses Ereignis feiern und ihm gratulieren, doch der Mann entgegnet nur: „Warten wir es ab!“ Weil es sich bei den zugelaufenen Pferden um Wildpferde handelte, die ungezähmt wenig nutzen, reitet der Sohn die Pferde zu. Dabei wird er eines Tages von einem besonders wilden Pferd abgeworfen und bricht sich alle Knochen. Er wird zum Krüppel des Dorfes. Das Dorf eilt erneut zusammen und will den alten Mann beklagen. Selbst in dieser Situation entgegnet er mit ruhiger Stimme: „Warten wir es ab!“ Die Zeit vergeht und nach einigen Wochen kommen Reiter des Königs ins Dorf, um alle jungen Männer für den Krieg einzuziehen. Keiner von ihnen kehrt je zurück. Nur einen nahmen sie nicht mit: den Krüppel….

Hier endet die Geschichte zum Thema „Über das Schicksal klagen?“ – Sicher könnte man sich endlose Fortsetzungen ausdenken.

Du bist wertvoll!

Ein wohlbekannter Sprecher startete sein Seminar, indem er einen Scheck von 40 EURO hoch hielt. In dem Raum saßen insgesamt 200 Leute.

Er fragte: “Wer möchte diesen Scheck haben?”

Alle Hände gingen hoch.

Er sagte: “Ich werde diesen 40 EURO Scheck einem von Euch geben, aber zuerst lasst mich eins tun.”

Er zerknitterte den Scheck.

Dann fragte er: “Möchte ihn immer noch einer haben?”

Die Hände waren immer noch alle oben.

Also erwiderte er: “Was ist, wenn ich das tue?”

Er warf ihn auf den Boden und rieb den Scheck mit seinen Schuhen am dreckigen Untergrund.

Er hob ihn auf, den Scheck; er war zerknittert und völlig dreckig.

“Nun, wer möchte ihn jetzt noch haben?”

Es waren immer noch alle Arme in der Luft.

Dann sagte er:

“Liebe Freunde, wir haben soeben eine sehr wertvolle Lektion gelernt. Was auch immer mit dem Geld geschah: Ihr wolltet es haben, weil es nie an seinem Wert verloren hat. Es war immer noch und stets 40 EURO wert.

Es passiert oft in unserem Leben, dass wir abgestoßen, zu Boden geworfen, zerknittert, und in den Dreck geschmissen werden. Das sind Tatsachen aus dem alltäglichen Leben.

Dann fühlen wir uns, als ob wir wertlos wären. Aber egal was passiert ist oder was passieren wird, DU wirst niemals an Wert verlieren. Schmutzig oder sauber, zerknittert oder fein gebügelt, DU bist immer noch unbezahlbar für all jene, die dich über alles lieben.

Der Wert unseres Lebens wird nicht durch das bewertet, was wir tun oder wen wir kennen, oder wie wir aussehen … sondern dadurch wer Du bist. Du bist was besonderes und wertvoll – Vergiss das NIEMALS! Und denk daran: Einfache Leute haben die Arche gebaut – Fachmänner die Titanic.”

Verfasser unbekannt

Die Schnecken

Einst gingen zwei Jünglinge spazieren und fanden im Fahrweg einige Schnecken, die sie, besorgt, dass sie von einem Fuhrwagen zerdrückt werden möchten, in den Busch dabei warfen.

“Ihr Mutwilligen”, riefen die Schnecken, “warum stört Ihr uns aus unsrer friedlichen Ruhe und werft uns so mutwillig hierher?”

Menschenbrüder, mit wem hadert Ihr, wenn Euch ein kleines Ungemach geschieht? Mit einem Allweisen? O! Ihr Kurzsichtigen!

Novalis

Die Weissagung

Es war einmal ein weiser, alter Mönch, der von einer Frau gebeten wurde, ihr die Zukunft vorherzusagen. Der Mönch hielt nicht viel davon und verweigerte der Frau diesen Wunsch. Die aber wies den Mann darauf hin, wie oft sie ihm schon Almosen gegeben hätte und wie oft sie für das Kloster gespendet habe.

Der Mönch seufzte und sagte zu ihr: „Reich mir deine Hand, damit ich in den Linien lesen kann.“

Die Frau war sehr aufgeregt. Der Mönch hatte noch nie zuvor jemanden aus der Hand gelesen.

Er fuhr die Handlinien der Frau mit seinem Finger nach und murmelte leise vor sich hin. „Oh, das ist aber interessant.“ sagte er. Oder „Ah, sehr spannend.“ Oder „Höchst erstaunlich!“

Die Frau wurde nun immer nervöser und konnte kaum noch erwarten, was ihr der Mönch sagen würde.

Der ließ dann endlich die Hand der Frau los und sprach: „Gute Frau, das ist also deine Zukunft.“

„Ja, ja“ erwiderte die Frau voller Ungeduld.

„Du weißt, dass ich mich nie irre.“ sagte der Mönch.

„Ja, ich weiß. Bitte sag mir doch, wie meine Zukunft werden wird.“

„Deine Zukunft“ antwortete der Alte „wird ungewiss sein.“

Und damit hatte er Recht.

Gefunden in Die Kuh, die weinte von Ajahn Brahm,
nacherzählt und umgeschrieben

 Der stinkende Löwe

Ein Löwe hatte eine Auseinandersetzung mit einem Stinktier. In seiner Angst bediente sich das Stinktier seiner effektiven „Waffe“ und hüllte den Löwen in eine übelriechende Wolke ein. Der Löwe war erbost und suchte um Rat ob des Gestanks.

Der ehrliche Hund bestätigte dem Löwen, wie sehr er stinke. Das machte den Löwen noch wütender und er fraß ihn auf.

Die Ziege hingegen, die den Löwen in seiner Wut fürchtete, ließ ihn wissen, wie betörend er dufte – einer Rose gleich. Diese offensichtliche Lüge und das Anbiedern der Ziege steigerte die Wut des Löwen und er fraß auch sie auf.

Dann traf er den klugen Fuchs. Dieser bedauerte seine Erkältung und dass er den Löwen leider nicht riechen könne. Das sah der Löwe ein und er verschonte den Fuchs.

Die hungrigen Frösche

Zwei hungrige Frösche suchten frische Fliegen im Stall. Leider fanden sie keine, nur einen Eimer mit Milch. Weil es sie so hungerte und niemand im Stall war, sprangen sie mit einem großen Satz in den Eimer mit der verlockenden Flüssigkeit. Sie tranken sich satt – so richtig nach Herzenslust! Plötzlich merkten sie, dass sie nicht mehr aus dem Eimer kamen. Die glatten Wände des Eimers waren zu glatt. Ihre Bemühungen stießen ins Leere. Da rief der eine Frosch: „ich kann nicht mehr, es ist aus – leb wohl!“ Worauf der andere entgegnete: „Schwimm’ weiter, so lange Du kannst!“ Doch vergeblich: Der Frosch streckte alle Viere von sich und ertrank. Der zweite Frosch dagegen ruderte und ruderte… und als der Morgen graute, saß er auf einem Klumpen Butter. So konnte er sich mit einem Sprung aus dem Eimer retten. Den anderen Frosch aber, fand der Bauer tot in der Butter vor.

Der Coach, ein Gärtner!

Die Arbeit des Coaches gleicht der eines Gärtners, der verschiedene Pflanzen pflegt. Eine Pflanze liebt den strahlenden Sonnenschein, die andere den kühlen Schatten; die eine liebt das Bachufer, die andere die dürre Bergspitze. Die eine gedeiht am besten auf sandigem Boden, die andere im fetten Lehm. Jede muß die ihrer Art angemessene Pflege haben, andernfalls bleibt ihre Vollendung unbefriedigend.

(‘Abdul’l-Bahà)

Der zu kurze Nagel

Zwei Wanderer machten sich zu einer mehrtägigen Bergtour auf. Einer der beiden hatte seinen Hund als Begleiter dabei.

Nach Erreichen der Berghütte, in der das erste Nachtlager errichtet wurde, bereiteten sie ihre Schlafstätten vor und legten sich zur verdienten Nachtruhe.

Der Hund tat das Gleiche und begann alsdann zu heulen und zu jaulen. Fragte der eine Wanderer seinen Kollegen, warum der Hund so jaule? Er bekam zur Antwort, dass der Hund auf einem Nagel liege. Fragte er weiter, warum sich der Hund denn nicht auf einen anderen Platz lege. Darauf sagte der Hundebesitzer: “Weil der Nagel zu kurz ist“.

Die Geschichte von den  2 Mönchen:

Zwei Mönche suchten in ihrer Klosterzelle nach dem Haus des Glücks. Um das Haus des Glücks zu finden, studierten sie in vielen Büchern, bis sie eines Tages in einem uralten Buch einen Hinweis fanden. Dort stand geschrieben: Das Haus des Glücks befindet sich an einem Ort, wo sich Himmel und Erde berühren.

Sie leisteten einen Schwur, dass sie so lange nach dem Haus des Glücks suchen würden, bis sie es gefunden hätten. Und so begannen Sie ihre Suche und ließen sich auch durch die größten Widerstände nicht von ihrem Weg abbringen.

Nach vielen Jahren und mühevollen versuchen entdeckten sie eines Morgens in der Ferne die Stelle, an der sich Himmel und Erde berührten.

Voller Herzklopfen machten sie sich auf den Weg. Als sie die Stelle erreichten, entdeckten sie ein altes Haus. Sie betraten voller Aufregungen das Haus des Glücks und bemerkten zu ihrem Erstaunen, dass sie in ihrer Zelle standen.

In diesem Augenblick erkannten sie, dass die Stelle, wo Himmel und Erde sich berühren, der Ort ist, an den Gott uns hingestellt hat.

Quelle: Nikolaus B. Enkelmann

Eine Antwort »

  1. Hello, very professional high level blog! thank you for sharing. Because of good writing, and I learned a lot, and I am glad to see such a beautiful thing. Sorry for my bad English. ?

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